Weniger "weltwärts" für junge Menschen Koalition streicht Gelder für Engagement in der Entwicklungshilfe

Veröffentlicht in Bundespolitik

Die schwarz-gelbe Koalitionsfraktion hat im Haushaltsausschuss eine Kürzung von elf Millionen Euro beim Jugendfreiwilligendienst "weltwärts" beschlossen. Der entsprechende Ansatz im Haushaltsentwurf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurde von 40 Millionen Euro auf 29 Millionen Euro abgesenkt.

Diese Entscheidung hat die vielen Organisationen, die als "weltwärts"-Entsendeorganisationen anerkannt sind, sehr erschrocken. Sie befürchten, dass bereits zugesagte Entsendungen in diesem Jahr nicht mehr durchgeführt werden können.

"Die plötzliche Streichung eines Großteils der Gelder - ohne Rückkoppelung mit den Entsendeorganisationen - ist unverantwortlich. Ein bestehendes politisches Ziel so unvermittelt aufzuheben, ist ein miserabler Politikstil, der bei den engagierten jungen Menschen sicher zu Frustration und Enttäuschung führt", stellt Brigitte Zypries (SPD) fest.

Das Ziel von "weltwärts" ist es, das Engagement von jungen Menschen in der Entwicklungszusammenarbeit zu unterstützen. Junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren bekommen die Möglichkeit, ehrenamtlich bei Projekten in Entwicklungsländern mitzuarbeiten. Das 2007 unter Heidemarie Wieczorek-Zeul eingeführte Programm ist sehr erfolgreich. 2008 reisten über 2.200 Freiwillige in Entwicklungsländer, 2009 waren es 3.500. Für das Jahr 2010 ist ein weiterer Anstieg um rund 1.000 bis 1.500 Freiwillige bereits konkret geplant.

Die neue schwarz-gelbe Bundesregierung hatte ursprünglich eine Fortsetzung des erfolgreichen Freiwilligendienstes versprochen. "Ich fordere Entwicklungsminister Dirk Niebel auf, schnell deutlich zu machen, ob das Programm in diesem Jahr wie beabsichtigt durchgeführt werden kann", so die Darmstädter Abgeordnete. "Er muss klipp und klar sagen, wie er sich die Zukunft des Freiwilligendienstes "weltwärts" vorstellt, um sicherzustellen, dass die bisher getätigten Investitionen auch für die Zukunft bestmöglich genutzt werden können - und damit Jugendliche planen können."

 
 

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